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Saint-Honoré-Torte Eine süsse Verführung

Dem heiligen Honorius sei Dank

Die Torte mit den lustigen Kugeln und dem vornehm klingenden Namen sieht nicht nur aus wie ein Kunstwerk mit Krone, sondern ist auch ein fulminantes Geschmackserlebnis.

Saint-Honoré-Torte

Die knusprigen Tortenböden aus Blätterteig werden mit einem Ring aus feinem Butterbrandteig belegt.

Saint-Honoré-Torte

Frischrahmcreme wird auf dem Tortenboden verteilt und der Brandteigring sorgt dafür, dass die Creme auch dort bleibt.

Saint-Honoré-Torte

Mit einem Spatel und gekonnten Handgriffen wird die süsse Creme sorgfältig zu einer leicht erhabenen Tortenfüllung glatt ausgestrichen.

Saint-Honoré-Torte

Kleine, luftige Windbeutelchen ­­– sogenannte Profiteroles – werden kunstvoll auf den Rand gesetzt und lassen die Torte wie eine Krone aussehen.

Saint-Honoré-Torte

Die fertig belegte Saint-Honoré-Torte wird grosszügig mit feinstem Puderzucker bestäubt.

Saint-Honoré-Torte

Für den finalen Schliff wird der Puderzucker auf der Creme-Füllung mit einem Flambiergerät gebrannt, was der Torte den köstlichen Caramelgeschmack verleiht.

Eine Schicht luftiger Blätterteig mit einem Kranz aus Brandteig, eine Krone aus kleinen Windbeutelchen und ein gebranntes Herz aus süsser Frischrahm-Crème – seit über einem Jahrhundert begeistert dieses traditionelle französische Gebäck die Patisserie-Liebhaber.

Zu Ehren des Schutzpatrons
Neben Madeleines, Profiteroles und Baba au Rhum ist die «Torte de Saint Honoré» sicherlich eine der bekannteren Patisserie-Entwicklungen des 19. Jahrhunderts und zeugt von der Blütezeit des Pariser Gebäcks. Wie bei allen revolutionären Erfindungen sind sich jedoch die Quellen nicht ganz einig, wo die Torte ihren Ursprung hat.

Einige vermuten, dass sie zu Ehren eines Heiligen gebacken wurde. Am 16. Mai nämlich wird in Frankreich das Fest des heiligen Honoré – dem Schutzpatron der Bäcker und Konditoren – gefeiert. Weil es die Franzosen bei festlichen Anlässen bekanntlich gerne opulent mögen, wurde dafür eine besonders üppige Delikatesse entworfen, die sich rasch zur Festtagstradition gemausert hat.

Kunstwerk und Verführung
Andere wiederum glauben, dass die Torte von einem Pariser Konditor stammt, der etwa um 1846 in der Patisserie Chiboust in der Rue Saint Honoré süsse Backwaren hergestellt hat. Vielleicht hat ja gerade dieser Konditor zufällig die Torte zu Ehren des Schutzpatrons entworfen? Man weiss es nicht so genau.

Fakt ist, dass das Rezept für die Torte erst 1938 im Kochkompendium «Larousse Gastronomique» vorgestellt wurde und als «Torte de Saint Honoré» über die Stadtgrenzen von Paris hinaus Berühmtheit erlangte. Unbestritten ist auch, dass die Torte ein kleines Kunstwerk und eine süsse Verführung in einem ist.

Gekocht statt roh
Damals setzte man auf den Boden aus Mürbeteig einen Ring aus Brandteig und bestückte diesen mit einem Kranz aus kleinen Profiteroles. Gefüllt wurde die Torte mit einer traditionellen Crème de Chiboust, die ebenfalls in der gleichnamigen Patisserie entwickelt worden ist. Dafür wurde roher Eischnee mit Zuckersirup vermengt, was die Creme schön luftig werden liess. Aus Sicherheitsgründen sehen die meisten Rezepte für die Füllung heute jedoch eine gekochte Creme vor.

Die Migros hat für die Saint-Honoré-Torte eine eigene Rezeptur entwickelt. Die Gaumenfreude aus der Migros-Backstube hat einen knusprigen Boden aus Blätterteig und einen Brandteigring mit luftigen Windbeutelchen. Sie wird mit einer leichten Frischrahmcreme befüllt und zum Schluss an der Oberfläche mit einem Flambiergerät gebrannt. Das gibt ihr einen feinen karamellartigen Geschmack und lässt sie auch optisch edel wirken wie eine königliche Krone – perfekt für jeden festlichen Anlass.